STARFOX FANFICTION

Author/in: Dark Marine
Titel: Dunkelheit im Herzen




Kapitel 3: Die Prüfung


Er erreichte die dritte Etage und sah sich in ihr um. „Dies muss wohl die Etage sein, wo all die Soldaten ihre Prüfungen ablegen...“ Diese Etage war in mehrere Räume aufgeteilt, welche ein kleines Fenster zum Durchschauen besaßen. Er linste in eine hinein und entdeckte eine Gruppe von Auszubildenden, welche gerade eine schwierige Prüfung schrieben. Dies ließ ihn aber kalt und er suchte weiter nach der Tür des Majors. Dabei warf er immer weitere Blicke in die Räume. Einige Gruppen machten Pause, schrieben still und leise oder lärmten. Beim Anblick der lärmenden Auszubildenden trat Angstschweiß aus, denn er würde dann wohl der einzige sein, der niemals freiwillig lärmen würde. Er kennt noch seine Zeit in der Ausbildung, wo die anderen Auszubildenden Jan schlugen, nur weil er keinen Radau oder „Lustige Dinge“ machen wollte. Er war eben nicht das Chaos in Person oder ein Poltergeist, er genoss die Ruhe, falls es mal welche gab.

Er erreichte nun am Ende des Ganges das Zimmer des Majors und klopfte an. Einige Zeit lang geschah nichts, er wollte schon kopfschüttelnd nach unten gehen, als die Tür aufging. Vor ihm stand ein großer Hund mit schwarzer Brille, Zigarette und einer schicken Kleidung. „Ah, willkommen. Sie müssen der Neue sein, nicht wahr?“ Kopfnicken... „Gut, kommen Sie rein...“ Das Zimmer war schön geräumig und war mit zahlreichen Bildern von Flugzeugen und berühmten Piloten behangen. Am anderen Ende stand ein großer Schreibtisch, mit Bergen von Unterlagen und einem Ventilator. „Dies erklärt wohl die ganzen Blätter auf dem Boden...“, dachte sich Jan. Der Major setzte sich an seinen Schreibtisch und hielt Jan an, zum Schreibtisch zu kommen.

„So, Herr...“ Er sah auf ein Blatt. „...Herr Hermann, richtig?“ Kopfnicken. „Sie wollen also zur... glorreichen Luftwaffe?“ Erneutes Kopfnicken. Dann stand er auf. „Unsere Luftwaffe... ist nur für die Besten der Besten unserer tapferen Soldaten bestimmt.“ Jetzt stand er am Fenster und sah in den Himmel. „Wissen Sie... jeden Tag versuchen sich neue Rekruten zur Luftwaffe zu melden. Ohne Pilotenschein, versteht sich...“ Schweigen... plötzlich drehte er um und schlug dermaßen mit der Faust auf den Schreibtisch, dass ein Stapel Papiere runter fiel. „Und wissen Sie was? 90% der Rekruten schaffen den praktischen Teil und den schriftlichen Teil nicht einmal im Ansatz! 8% kommen im Laufe der Ausbildung wegen Ängste um. Und 2% brechen die Ausbildung ab. Was machen Sie? Genau, sie bilden nun unsere Truppen zu Lande. Wir haben nur die Besten unter ihnen zur Luftwaffe gelassen. Diese machen ihren Job wirklich gut. Aber niemand kann dem einen Team das Wasser reichen... dem Starfox-Team. Ohne ihre Hilfe gäbe es unser Corneria nicht mehr. Auch kein Fortuna. Kein Zoness, kein Mactesh, was weiß ich noch alles! Wir verdanken dies nur dem Starfox-Team. Unser bester Pilot kam jedoch in einem Kampf auf Venom ums Leben... James McCloud, Vater von Fox. Ich war gerade mal 10 Jahre alt, als ich diesen großen Mann kennen lernte. Aber... Sie... sehen James und seinem Sohn sehr ähnlich. Seid Ihr ein Cousin, ein Freund oder ein Verwandter von ihnen?“ Jan schüttelte den Kopf. „Ah, gut... nicht, dass Sie mir plötzlich erzählen wollen, dass Sie nun James oder Fox wären..." Er setzte sich wieder hin und bereitete einen kleinen Stapel Papiere vor, welchen er Jan gab. „Hier... Ihre Prüfung.“ Jan starrte auf einen Block von Aufgaben, Rechenaufgaben und Logik-Tests. Auch Wahrnehmung wurde abgefragt. „Sie haben insgesamt eine Stunde Zeit, ohne jegliche Verlängerung. Falls Sie eine Pause wünschen, dann legen Sie den Test beiseite und gehen auf Toilette, setzen sich aufs Sofa, was Ihnen eben in den Sinn kommt. Aber Sie dürfen während der Pause nicht am Test weiter schreiben und auch nicht die Etage verlassen... wie haben Überwachungskameras im ganzen Gebäude, also kommen Sie nicht auf dumme Gedanken, welche Ihren vielleicht zukünftigen Job gefährden könnten. Wenn Sie diesen harten Test schaffen, dann...“ er verließ das Zimmer. „Viel Glück... Soldat.“ Jetzt war er allein... er sah auf die Blätter mit dem Aufgaben. Diese kannte er doch... genau, noch aus der Ausbildung auf Fortuna. „Hehehe, denkt er wirklich, ich sei so dumm? Dem wird aber die Spucke wegbleiben, wenn er sieht, wie schnell ich diesen Test bewältigt hab´!“ Er konnte nicht nur gut fliegen, sondern auch gut denken. Vor allem wenn es um Logik- und Wahrnehmungstests geht. Mit Mathe hat er einige Probleme, er vertraute eigentlich stets auf den Taschenrechner, es war praktisch jedes Mal eine Herausforderung für ihn, ohne Taschenrechner zu rechnen, sondern auf Blätter zur Nebenrechnung zu greifen. Aber dies konnte ihn nicht behindern, eifrig nahm er den Kugelschreiber in die Hand und löste die Aufgaben...

Nach einer Stunde kam der Major wieder rein, um den Test einzusammeln. Dabei fand er Jan dabei vor, wie er wippend auf dem Stuhl, abgestützt mit den Beinen, relaxte. Er räusperte gut hörbar und Jan nahm ungehend die Füße von der Kante. „Nein nein nein, mein Schreibtisch... verdammt, wo sind Sie mit Ihren Schuhen hingeraten?“ Jan grinste sarkastisch und wischte die Abdrücke mit einem Taschentuch ab. Der Major nahm den Test an sich, überflog ihn und sein Gesicht hellte sich auf. „Hmhm, nicht übel!“ Er verließ wieder das Zimmer, aber hielt Jan an, er solle sich wieder setzen und warten. „Ich gebe die Prüfung zur Auswertung ab, wenn sie abgeschlossen ist, komme ich wieder.“ Wieder war er allein. Die Aufregung kennt kein Halten mehr, er konnte sich nicht mehr ruhig halten und spielte nervös mit dem Kugelschreiber rum. Würde er eingestellt werden? Wird er mit anderen Piloten in den Kampf ziehen? Aber das Wichtigste: Wird er gute Kontakte knüpfen können? Er hatte seit etwa 6 Jahren mit niemanden mehr geredet... außer mit sich selbst. Ein Job, welcher gute Sprachkenntnisse fordern würde, wäre Selbstmord für ihn. Man würde ihn direkt am ersten Tag wieder auswerfen. Aber was werden die Soldaten sagen, wenn sie merken, dass er kein Wort zustande bringt? Er kann nicht einfach ein Blatt beschreiben und damit herumwedeln, im Sinne von „He Leute, seht mal, das habe ich zu sagen...“ Hoffentlich findet man ein System für ihn, womit er mit anderen kommunizieren könnte...

10 Minuten lang schraubte er am Kugelschreiber herum, bis er es schließlich fertig brachte, die Mine durchs Zimmer zu schießen. Als er schließlich in einer Ecke lag, öffnete sich die Tür und der Major kam mit einem strengen und unzufriedenen Gesicht ins Zimmer. Jan drehte allmählich am Rad, er wollte unbedingt die Auswertung erfahren. Bob setzte sich ihm gegenüber hin, klatschte ihm seinen Test vor die Nase und befahl ihm, ihn sich anzusehen. „Sehen Sie sich das an!“, schrie er Jan an. Jan sah den Test nun zögernd und ängstlich an. „Was sehen Sie? Sagen Sie es mir!“ Er war wie von Donner gerührt. Was sollte er denn sagen? Außer, dass er seinen Test vor sich liegen hatte, ohne jegliche Korrekturen? „Oh, ich vergaß, Sie sprechen ja nicht so gerne, hehe...“ Die Asche tupfte er in einen Aschenbecher. „Wissen Sie, was Sie überhaupt angestellt haben?“ Jan sah ihn verwirrt an. Der Major hielt ihm seine rechte Hand entgegen. „Sie sind eingestellt.“ Nun kannte Jans Freude kein Halten mehr. Er schüttelte die Hand des Majors und konnte es nicht schaffen, auch nur ein betrübtes Gesicht zu machen. „Solch einen fehlerlosen Test habe ich seit Fox´ Ausbildung nicht mehr gesehen. Ehrlich, Ihre Prüfung war fabelhaft. Keine Fehler. Einfach genial. Ich freue mich, Sie als neuen Piloten unserer Luftwaffe in Dienst zu stellen.“ Beide zogen ihre Hände zurück. Jan stand sofort auf und wollte praktisch die Tür einrennen, als der Major noch einmal hinterher rief: „Wir erwarten Sie Morgen um Punkt 10 Uhr Morgens im Büro des Generals. Dort wird Ihnen dann Ihr neues Team vorgestellt, kapiert?“ Jan nickte und verließ rasch das Zimmer. Er hastete die Treppen nach unten und rannte aus dem Gebäude. Draußen warf er sich aufs Gras und lachte voller Freude. Es war, als wäre der größte Traum seines Lebens in Erfüllung gegangen. Gut, Punkt 10 Uhr Morgens im Büro des Generals, da fängt seine Karriere an. Er stand auf, begab sich zum Busch, suchte sich seinen Anzug zusammen und verstaute ihn in sein Auto.

Jetzt hieß es: Das Leben genießen. Er sah auf die Uhr des Autos und sah: Es war genau 21:00. Zeit zum Schlafen! Zuerst fuhr er zu seinem Schiff, wo er die Nacht verbringen wollte.

Er musste sich gut ausschlafen, am nächsten Tag geht der Ernst des Lebens los. Dort angekommen begab er sich an Bord und legte sich in ein Bett im kleinen Schlafzimmer, welches er dort einrichten ließ. Der Schlaf übermannte ihn...

Es wurde Abend, es wurde Morgen... 9:00 Morgens. Was machen seine zukünftigen Kameraden?


          

 

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