STARFOX FANFICTION

Author/in: Dark Marine
Titel: Dunkelheit im Herzen




Kapitel 9: Wie der Sand der Wüste


Der Wind wehte stark von Vorne... der Himmel war in ein glühendes Orange eingetaucht und die Berge und Hügel täuschten mit ihren grünen Farbtönen aus der Ferne Gräser vor... aber es war wie eine Illusion, dieselbe Sinnestäuschung, als Fox glaubte, seine Eltern zu sehen... alles war kahl und trostlos. Schleppend trugen sich die drei zum Tempel, dabei schien es, als würde jeder Schritt, den sie weiter Richtung Tempel taten, schwerer fallen. Als ob sie eine gewisse Kraft daran hindern würde... oder blanke Angst davor, was sie in der Höhle des Löwen erwarten würde. Sie bewegten sich auf einer weiten, offenen Ebene... und doch ist der Weg steinig. Sie beeilten sich... und doch ist das Ziel noch weit entfernt. Wieder eine Sinnestäuschung? Vielleicht ist der Weg nicht so steinig und nicht so weit... aber es kam ihnen wie eine Ewigkeit vor. Die Zeit gerät in Vergessenheit, die körperlichen Kräfte schwinden, die Augen spielen immer mehr Streiche... „Wie weit denn noch? Ich glaube, wir wandern schon eine Ewigkeit...“, fragte Falco entkräftet in die Runde. „Die Klippen haben wir schon hinter uns gelassen, aber der Tempel... scheint nicht näher kommen zu wollen.“ „Ich... brauche... eine... Pause...“, keuchte Fox, „Sonst... mache... ich... das... nicht... mehr... lange...“. So auch Jan... „Ihr habt Recht... lasst uns eine Pause einlegen...“ Sofort legte er sich hin und atmete tief durch. „Buäh, ich werde mich doch nicht auf den Boden legen!“ Einen guten Grund für Falcos Ablehnung gab es: Der Boden war steinhart... und staubig. Wie der Sand der Wüste. „Au!“ Schnell sprang Jan auf. „Hast du eine bessere Idee? Wir haben nichteinmal Vorräte! Denk bloß nicht, dass wir hier gleich eine Oase oder...“ Plötzlich rief Fox dazwischen: „Seht! Eine Oase! Ich kann unser Glück nicht fassen!“ Aber die anderen zwei schlugen sich auf die Stirn... „Oh man Fox, dat is keine Oase, dat is ´ne Sinnestäuschung!“ „Nein, wirklich! Ich sehe sie ganz klar! Ich bin mir einhundert prozentig sicher, dass diese Oase real ist!“ „Und wir sagen dir, dass sie eben nicht real ist, weil wir keine sehen!“ „Seid Ihr blind oder was?!? Da ist sie doch!“ Dann deutete er in eine andere Richtung. „Noch eine! Schaut!“ Als nächstes nach links. „Schonwieder! Hier sind so viele Oasen... traumhaft!“ Was Fox aber erntete, war heftiges Kopfschütteln. „Vielleicht hätten wir dich nicht mit auf die Mission nehmen sollen, hätten wir gewusst welch verheerende Wirkung dieser Planet auf dich hat...“ „Ich bin nicht verrückt! ICH BIN NICHT VERRÜCKT!!!“ „Jetzt schon!“ „Nein!“ Dann hielten sie Fox fest, denn sie mussten befürchten, dass er wegen den Illusionen wieder wahnsinnig werden würde. „He, lasst mich los!“ „Keine Chance, Fox. Nicht bei deinem geistigen Zustand. Sonst drehst du noch endgültig durch. Und schließlich willst du nicht, dass unser Jan hier deine irren Gedanken rausprügelt, ´ne?“ „Als Anführer des Starfox-Teams verlange ich, lasst mich los!“ „Ja ja...“ „Ich meine es ernst!“ „Och, was höre ich da, unser geistig verwirrter Pelz-Knäuel will uns drohen... schließ einfach deine Augen und denk darüber nach, dass du wieder als Held nach Hause kommst...“ Damit sie auch gewährleisten konnten, dass Fox nicht auszuflippen drohte (Aber vor allem ruhig blieb), schlug Jan mit der flachen Hand dermaßen kräftig auf seinen Hinterkopf, dass er das Bewusstsein verlor. „Klasse gemacht Junge, der wird für eine Weile keinen Ärger machen.“ Nun trug Jan den Bewusstlosen auf seinem Rücken, während der Lastträger in regelmäßigen Abständen gewechselt wurde. Schließlich kam aber der Zeitpunkt, an dem sie keine Kraft mehr hatten und sich ausruhen mussten. Jetzt passierte es... „Schau mal, dort sind einige Bäume, wir könnten uns an ihnen anlehnen und ein wenig Pause machen.“ Über Falcos „Entdeckung“ war Jan nicht gerade erfreut... ganz im Gegenteil, er merkte sofort, dass nun auch Falco an der Reihe war, Halluzinationen zu bekommen, weil Jan nämlich keinen „Baum“ ausmachen konnte. „Bist du sicher?“ „Ja, ganz bestimmt.“ „Ich sehe aber keine.“ Diese Aussage machte Falco ganz nervös. „Wie, du siehst keine? Ich meine aber, welche zu sehen...“ Beide starrten sich eine Weile an... dann platzte es aus Falco heraus: „Verdaaaaaammt!“ Er ließ Fox los, sodass er am Boden liegen blieb, und sackte auf die Knie. Jan zeigte sich aber bestürzt und fragte: „Was hast du denn?!? Nur weil du etwas sehen kannst, aber ich nicht...“ „Verstehst du denn nicht? Ich sehe jetzt genauso wie Fox Dinge, die gar nicht existieren! Was bedeutet...“ „Dass?“ „Was bedeutet, dass ich auch noch verrückt werde...“ „Äh... nein, moment...“ „Ja, was ist denn jetzt? Schlag mich bewusstlos, damit ich nicht ausflippe wie Fox...“ „Nein!“, trat Jan mit seinem Fuß auf... der Boden war steinhart... und staubig. Wie der Sand der Wüste. „Was?“ „Du musst nun durch!“ “Wie durch?” „Lass diese Sinnestäuschungen einfach über dich ergehen...“ „Aber dann drehe ich ja noch durch! Wer kann schon einen Mann gebrauchen, welcher wegen Illusionen den Verstand verliert und... nun ja... Amok läuft?“ „Dagegen hilft nur eins...“ Sein linker Arm fasste Falcos rechten Arm und er half ihm wieder auf die Beine. „Ein starker Geist.“ „Wie bitte?!?“ „Wenn du dich einfach von den Täuschungen hinreißen lässt, dann passiert dir dasselbe wie mit unserem Chef hier.“ Beide sahen den am Boden liegenden Fox an... „Guck dir den an... sein Geist ist schwach, er widersetzt sich nicht. Wenn du auch noch auf die verführerischen Stimmen in deinem Kopf hörst... dann hast du schon verloren. Gesunder Verstand und eine starke Willenskraft werden obsiegen, da kann jede noch so verlockende Stimme versuchen, dich in die Irre zu führen... denk dir, dass diese Bäume nicht da wären.“ „Aber ich sehe sie immer noch.“ „Du weißt genau, dass es hier keine Bäume gibt. Also schlage dir diesen Gedanken schnell aus dem Kopf. Mich können keine Illusionen ins Wanken bringen... denn sie sind zu unrealistisch, um wahr zu sein. Und das weiß ich...“ „Du siehst sie also auch?“ „Nein.“ Ein Hebel wurde in Falco betätigt, er stand regungslos da, die Augen geschlossen... aber in ihm entbrannte ein Kampf. „Los, komm zu diesen wunderschönen Bäumen...“, sprachen die verführerischen Stimmen zu Falco, „Und erfreue dich an diesen Früchten...“ „Nein.“ „Wie schön sie doch sind...“ „Nein.“ „Schatten, ein bequemer Stamm, was will man mehr?“ „Nein.“ „Und daneben eine Oase...“ „NEIN!!!“ „Das reinste Paradies!“ „Nein! Denn das ist viel zu unrealistisch um... wahr zu sein...“ Dann hob er den Kopf und öffnete die Augen. „Und?“, fragte Jan. „Sind sie immer noch da?“ „Nur steinharten und staubigen Boden... wie der Sand der Wüste.“ „Hervorragend!“ Also lud er sich wieder den bewusstlosen Fox auf und sie marschierten weiter...

Die Zeit ist nun endgültig in Vergessenheit geraten und es kam ihnen wie eine Ewigkeit vor. Dabei schienen sie dem Tempel keinen Meter näher gekommen wären. „Wie lange sind wir schon gewandert? Außerdem kommt es mir so vor, als ob Fox immer schwerer werden würde...“ „Nein, das liegt daran...“ Beide waren nun dermaßen entkräftet, dass ein Vorankommen schier unmöglich erschien. „..., weil wir immer schwächer werden... uff...“ Plötzlich blieb Falco stehen und ließ Fox fallen. „Was hast du denn?“ Keine Antwort... stattdessen kippte Falco nach hinten um. „Was zum... hey! Bist du in Ordnung?!?“ Das Fox regungslos liegen blieb war klar, aber Falco... dabei galt er immerhin als einer der energiereichsten des Teams. Es stand in seiner Kraft, große Anstrengungen durchzuhalten. Aber das hatte Jan noch nicht erlebt. Das Falco einfach so umfallen würde. „Hallooo! Hörst du mich noch?“ Ein Blick in Richtung des Tempels ließ ihn grüne Rauchschwaden erkennen, welche vorher noch nicht da waren. In dem Augenblick, als er sie sah, fühlte er sich immer schwächer und schwächer, und seine Beine vermochten es nicht mehr, ihn noch weiter zu tragen. Kurz danach sah er noch schwarze Umrisse aus dem Nebel auftauchen, die sich auf die Gruppe zu bewegen schienen. Jedoch verschlechterte sich die Sehenskraft zusehends. Er konnte ihre Gestalten aus der Ferne nicht mehr erkennen... und schon sackte er auf die Knie, fiel nach vorne und drehte sich auf dem Rücken. „Ist... das... Nervengift? Un... un... uaaaaah…” Die Stimme versagte, keine Bewegung war mehr möglich… außer das Bewegen der Augen. Zwei dieser schwarzen Gestalten positionierten sich über ihm, erst jetzt sah er sie genau… wenn auch nur die Umrisse. Es handelte sich um große, massive Personen... mit Hörnern. Eine der Umrisse erhob die Stimme... unheilvoll und tief. „Scorch, wie es aussieht, ist heute unser Glückstag. Wir haben nicht nur zwei Typen des Starfox-Teams, sondern auch einen ehemaligen Angehörigen... Boss wird das sicher freuen.“ Jetzt sprach der andere... dieselbe tiefe Stimme, nur bedrohlicher. „Da hast du Recht, Brian... du weißt ja, welchen Empfang Boss seinen Gästen bereitet.“ „Hehehehe... schade nur, dass wir auch noch unseren besten Soldaten dafür draufgehen lassen müssen.“ „Hmmm... glaubst du wirklich, dass er seinen besten Mann opfern würde? Soweit ich weiß, würde er ihm lieber eine Gehirnwäsche unterziehen, als ihn seinem Monster zu opfern.“ „Wer weiß, jedenfalls hat dieser Junge Verrat begangen, der erst mal bestraft werden muss. Vielleicht zehn bis zwanzig Peitschenhiebe...“ „Das ist aber ein böses „Willkommen zurück“-Geschenk... uahahahaha.“ „Hehehehehe...“ Da gesellte sich ein weiterer Schatten hinzu. Diese Stimme klang nicht so bedrohlich... eher leise und sanft... und sie kam Jan irgendwie... bekannt vor. „Naaaa? Wen haben wir denn hier?“ „Auftrag erfolgreich ausgeführt, Boss. Das Nervenbetäubungs-Mittel hat sie voll umgehauen.“ „Sehr gute Arbeit, Männer...“ Dann verschwand er kurz aus Jans Blickfeld, nurnoch die Stimme war zu hören. „Och, das ist... ja, zweifellos Fox McCloud... und sein Flügelmann Falco Lombardi. Diejenigen, welche meine Pläne immer durchkreuzen mussten. Sie sind nun in meiner Hand... ihr Blut wird der letzte Schritt zur Vollendung meines Unterfangens sein... dann kann ich mit dem Lylat System tun und lassen, was ich will... und Ihr...“ „Ja Chef?“ „...werdet Zeuge der ungeheuren Macht werden, die ich Euch geben werde. Dafür, dass Ihr mir solange treu gedient habt.“ „Vielen Dank Boss...“ „Schafft diese beiden in den Tempel...“ „Wird gemacht!“ Jetzt konnte Jan niemanden mehr sehen. Aber der Schatten trat nun zu ihm hin und beugte sich zu ihm hinunter. Dieselbe Statur... auch mit Hörnern. „Sieh an, sieh an... zweifellos einer meiner Wolf-Soldaten. Doch nun... ein Mitglied des Starfox-Teams. Es ist mir völlig schleierhaft, wie du es von Venom geschafft hast... obwohl du ursprünglich den Befehl hattest, im Keller Schutz vor der Explosion zu suchen... trotzdem hast du überlebt.“ Sie stand auf. In diesem Moment versagten Jans Augen vollkommen und alles wurde schwarz. „Wie ich sehe, scheinst du nicht gerade in guter Verfassung zu sein, hm? Ich bringe dich erst mal im Kerker unter, wo du dich wieder regenerieren kannst. Dannn... und nur dann... werde ich dir deine wahre Bestimmung vor Augen führen.

Zuletzt fühlte er, wie er hochgehoben und davongetragen wurde...


"Ich sage nur: Willkommen zu Hause!"


          

 

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