STARFOX FANFICTION

Author/in: Dark Marine
Titel: Dunkelheit im Herzen




Kapitel 11: Erster Halt: Notoperation


Der Raum war düster. Lediglich eine Kerze in der Mitte des Raumes, welches auf einem runden Tisch stand, spendete Licht. „Ich heiße Euch herzlich willkommen in mein bescheidenes Gemach.“, fing O´Donnel an zu reden, „Ein wenig dunkel, nicht?“. „Bekommt Ihr denn keine Angst? Wollt Ihr gleich losheulen?“ Einer der Wolf-Soldaten versuchte, witzig zu klingen, was allerdings bereits auf der ersten Linie misslang. „Scorch, deine Witze sind so doof wie dieser eine Komiker da... welcher einmal in Corneria seinen Auftritt hatte.“, gab Brian genervt zur Antwort. „Ja tschuldigung, soll ich jetzt extra mit einem Witz-Buch rumrennen?“ „Wie wärs, wenn du einfach mal die Klappe halten würdest?“ „Wie wäre es, wenn IHR ruhig sein könntet?“ „Jawohl Chef, tut uns leid, Chef!“ „Fein...“ Er kramte eine Taschenlampe heraus und suchte die Wand ab. „Wo ist dieser... ah da.“ Kurze Zeit später ging eine Zimmerlampe an, es handelte sich um den Lichtschalter. „Nur damit Ihr jetzt nicht denkt, überall wären Kerzen... wir haben schon Strom, keine Angst.“ „Komisches Zimmer...“, dachte sich Jan, als er im Zimmer herumsah. In einer Ecke stand ein schönes Bett, daneben ein Kleiderschrank, dann einige Bilder von ihm und seinem Team, dann ein Schreibtisch... aber ein grotesker Anblick bot ein seltsames Gerät an einer Wand. „Ah, du hast unsere Maschine bemerkt?“ „Moment mal...“, mischte sich Bruce ein, „Dieses Gerät kenne ich doch...“ „Naaaa? Ruft es nicht schöne Erinnerungen auf?“ „Ah genau. Diese Maschine kann dich gedanklich in der Zeit zurückversetzen. Aber nur soweit, wie deine Erinnerungen reichen... du kannst deine Vergangenheit aktiv miterleben, allerdings nur als Phantom oder Gespenst... will heißen, niemand sieht dich, beziehungsweise hört dich und du kannst keine Gegenstände in die Hand nehmen.“ „Sehr gut, dein Gedächtnis hat dich nicht getäuscht...“ Bruce besaß nahezu ein perfektes Gedächtnis, ansonsten hätte er sich nicht mehr an die Situationen vor drei Jahren erinnern können. „Jaaaaaaaaaaaa... wenn Sie es meinen...“ „Du bist zwar mein Klon, aber bis jetzt frage ich mich immer noch, wie du solch ein Gedächtnis haben kannst... nun ja, egal...“ Dann setzte sich O´Donnel an den Tisch und verwies auf die vier freien Stühle am Tisch. Nur die Soldaten setzten sich daraufhin an den Tisch, Jan und Bruce hielten sich zurück. „Ist es nicht etwas unbequem, die ganze Zeit zu stehen, bis Ihr vor Erschöpfung umkippt? Setzt Euch ruhig hin... sie sind nicht elektrisch geladen oder so...“ Er lachte... aber der Witz ließ die anderen kalt. „Äh... Chef?“ „Was?“ „So toll war der nicht...“ “Ich weiß… aber irgendwie muss ich mich ja am Lachen halten... man sagt ja, Lachen ist gesund.“ „Okay, solange Sie sich unterhalten können...“ O´Donnel sah ihn argwöhnisch an... dann fuhr er fort: „Kommen wir gleich zur Sache...“ Jetzt wanderte sein unheilvoller Blick zu Bruce rüber. „Bruce!“ „Jawohl!“ Als verstoßener Wolf-Soldat legte er immer noch das altbekannte „Soldaten-Verhalten“ an den Tag, was angesichts der jetzigen Situation im Grunde genommen unnötig war, da er ohnehin nicht mehr damit rechnen könnte, noch weiter unter O´Donnel zu dienen. Dieses Verhalten schien O´Donnel bisweilen aber noch zu mögen... „Braver Junge... machen wir weiter. Bruce, in der elektrischen Kerze in der Folterkammer war ein Mikrofon installiert.“ „Sie haben uns also belauscht!“ „Wie man’s nimmt...“ „Dann wissen sie ja schon alles. Was fragen Sie uns dann noch?“ „Das ist es ja auch...“ „Hä?“ „Du hast mit deinen Erzählungen aufgehört, aber ich... werde sie weiterführen.“ „Mit diesem Gerät?“ „Womit denn sonst, mein Gedächtnis ist nicht so gut wie deins...“ Ein Handzeichen später und Jan wurde von Scorch und Brian vom Stuhl gerissen und auf das Gerät gesetzt. „Autsch, doch nicht so grob!“, dachte Jan entrüstet. Man setzte ihm eine kleine Apparatur auf dem Kopf und O´Donnel setzte die Maschine in Gang, welche daraufhin Jan ruhigstellte. Daneben befand sich ein Bildschirm, und er verlangte von Bruce, zum Schirm zu kommen. „Komm her und schau dir an, was in der Vergangenheit geschehen ist. Wir werden endlich herausfinden, was unser ehemaliger Soldat angestellt hat!“

Ein hell erleuchteter Gang... Jan stand an der Wand und sah sich um. „Wo bin ich? Ist das noch der Tempel?“ Von rechts drangen laute Stimmen... „Los beeilt Euch! Wir dürfen ihn nicht verlieren! Bringt ihn in den Krankenflügel! Aber ein bisschen plötzlich!“ Das hörte sich sehr nach O´Donnels Stimme an. Aus der Ferne entdeckte er vier Gestalten, welche eine Art schwebendes Bett vor sich her schoben. Als sie näher kamen, konnte er sie genau identifizieren: Drei von denen liefen in den schweren Anzügen mit den gehörnten Helmen und der Vierte war ganz klar Wolf. Nur die Person auf dem Bett erkannte er nicht richtig... erst, als sie ihn erreichten und Jan versuchte, Schritt zu halten. „Moment... das... das bin ja ich!“ Der andere Jan lag mit geschlossenen Augen auf der Bett und machte keine Anstalten, die Augen auch nur einen Schlitz weit zu öffnen. Die rechte Schulter wurde notdürftig mit einem Verband versorgt. Wenn die Geschichte seines Freundes stimmt, dann sah es unter dem Verband nicht gut aus... später erreichten sie einen Raum, welches einem Operationssaal eines Krankenhauses in etwa Aussehen und Ausstattung übereinstimmte. Eine Besonderheit stellte die schwer gepanzerte Tür dar. Es war Jan völlig schleierhaft, wozu man eigentlich eine solche Tür benötigte... als ob es sich um den „Hochsichterheitssaal“ handeln würde. „Legt ihn auf den Tisch und versorgt die Wunden, bevor er den ganzen Laden zerlegt. Und dann nix wie weg hier, sonst sind wir Geschichte!“, befahl Wolf seinen Leuten, die daraufhin umgehend zu Verbandswerkzeug und Wundenheilmittel griffen. „Los los los, er wacht gleich auf!“. Der Verband wurde entfernt, aber die Wunde konnte Jan nicht mehr erkennen, da einer der Soldaten schnell mit Desinfizierungsmittel an der Wunde rumpfuschte und schließlich wieder den Verband anlegte. „So, gut... lasst uns schleunigst verschwinden!“. Alle verließen den Raum, nur ein Soldat stand noch an der Türschwelle und sagte: „Du schaffst das, ich drücke dir die Daumen, Kollege...“. Jetzt verließ auch er den Raum, schloss die Tür zu und Jan konnte einem metallenen und quietschenden Geräusch entnehmen, dass die Tür verschlossen wurde. Er stand nun alleine neben seinem jüngeren Ich und beobachtete, was gleich passieren wird...

Er sah dem Jüngeren in die Augen... nach einigen Sekunden öffneten sie sich und Jan sprang entsetzt zurück. Die Augen von dem anderen waren nicht mehr grün wie seine, sondern... „Hilfe! Sie sind ja... ROT!!!“. Er erhob sich von der Liege, sah sich zuerst verwundert um und betrachtete seinen Verband. Der verwunderte Blick wurde durch ein grimmiges Gesicht abgelöst, und der Verwundete fragte sich: „Wieso bin ich hier? Was habe ich gemacht? Was ist das für ein Verband? War das nicht dieses... kleine Biest, was mich angegriffen hat?“ Jetzt sprang er von der Liege und sah sich weiter im Raum um. Er erblickte die Tür... und schlug wütend dagegen. „Ich will hier raus“ Sofort!“. Aber es erfolgte keine Reaktion von draußen. „Aufmachen habe ich gesagt!“. Hoffnungslos. Dann sah er die Ausrüstung mit hasserfüllten Blick an... er würde sie gegen die Tür werfen. „Vielleicht werde ich einen Eindruck hinterlassen, wenn ich alle meine Kraft gegen die Tür aufwende... zuerst werden diese Geräte daran glauben...“. Er stellte sich vor, die Geräte gegen die Tür zu werfen... was sich aber in seinen Gedanken abspielte, wurde vor seinen Augen Realität. Die Geräte schienen wie von Geisterhand zu schweben und nahmen enormes Tempo an, mit der sie gegen die Tür flogen. Der ältere Jan staunte nicht schlecht und erinnerte sich an den Streit mit Falco, als dieser an die Wand gepresst wurde. Der Jüngere jedoch verarbeitete diese Erfahrung mit großen Schrecken. Konnte er nun eine Gefahr für sich und andere darstellen? Womöglich richtet er mit dieser neuen Fähigkeit mehr Schaden an, als nötig wäre. Er stellte fest, dass er sie nur einsetzen konnte, sobald er zornig wurde. Leider wird er bei der geringsten Provokation wütend und würde anschließend am liebsten etwas zerstören, um sich abzureagieren. In diesem Zustand war er eine Gefahr für sich selbst. Er legte sich wieder auf die Liege, sprach kein Wort und schloss die Augen... und Jan konnte nicht leugnen, eine Träne gesehen zu haben.

Eine plötzliche Stimme, die wohl von allen Seiten kam, ließ ihn aufspringen. „So, das reicht.“, sprach sie. „Wir machen hier mal einen kurzen Stopp, bevor wir weitergehen.“. Alles wurde weiß um ihn, dann fand er sich sitzend auf dem Stuhl, wo ihm die Apparatur auf den Kopf gesetzt wurde. „Und?“, fragte Wolf von der Seite, „Weißt du endlich, woher du diese Kräfte hast?“. Er nickte... „Gut. Was danach passierte, kann auch ich dir sagen, also hör gut zu, denn ich sage es nur einmal...“. Er setzte sich wieder auf den Stuhl und Stillschweigen erfüllte den Raum. Dann begann Wolf zu sprechen: „Am nächsten Tag holten wir dich aus dem Raum. Wir sagten dir, dass du durch den Biss von dem Dämonen an besondere Fähigkeiten gelangt bist, die sich nur im zornigen Zustand benutzen ließen. Aufgrund deiner aufbrausenden Natur und der aus diesem Grunde stets drohenden Gefahr, etwas zu zerstören, mussten wir dich vorübergehend vom Dienst ausschließen, bis du dich wieder beruhigen würdest. Dafür musstest du leider einen hohen Preis zahlen... deine Erinnerungen und deine Persönlichkeit. Von jenem Tag an wurde dein Auge langsam wieder grün, aber du wurdest auch immer... „leerer“. Wie „leer“ du im Endeffekt wurdest, können wir nur durch dieses Gerät herausfinden. Ich kann mich noch daran erinnern, wie du deine grausame Person gegen eine verschlossene und ruhige Person ausgetauscht hattest... wahrscheinlich hast du dadurch auch deine Fähigkeit zum Sprechen verloren.“. Jan wurde allmählich alles klar: Er hatte keine Angst zum Sprechen gehabt... seine Sprachfertigkeiten verschwanden einfach. Jetzt musste er es wieder lernen. „So Junge, am nächsten Tag erreichte uns die überraschende Nachricht, dass wir von Fox McCloud und Konsorten angegriffen wurden. Ich beauftragte die anderen Wolf-Soldaten mit deiner Aufsicht, während ich mitsamt den anderen Starwolf-Piloten das Starfox-Team angreifen würde. Und jetzt kommt wieder unser Gerät ins Spiel...


Also setzte man ihm wieder das Gerät auf dem Kopf und ihm wurde wieder schwarz vor den Augen...


          

 

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